Mit Deiner Stimme singen

 

Würden wir die Opernsängerin Anna Netrebko oder den Opernsänger Placido Domingo fragen, ob sie mit ihrer eigenen Stimme singen, würden Sie sofort Ja sagen. Und das, obwohl sie klassisch singen, was ja nun alles andere als natürlich klingt. Sie können das mit Ja beantworten, warum? Weil sie so klingen wollen!

 

Wenn Du meinst nicht mit Deiner eigenen Stimme zu singen, dann passiert etwas von Dir Ungewolltes. Du klingst, wie Du nicht klingen willst.

 

Das ist der Unterschied zum Beispiel vom Anfang.

Wen Du nicht mit Deiner Stimme singst, kann es daran liegen, dass:

Du in den falschen Tonarten singst.

Du Dir einen zu klassischen Ton angeeignet hast, vor allem in den Höhen.

Du Dir einen anderen Sound angeeignet hast, der Dir nicht gefällt.

Du in einer Art singst die stilistisch nicht so gut zu den Songs passt die Du singst.

 

Ich helfe Dir das zu korrigieren.

 

Prägung - Was machte Deinen Ton?

 

Dein ganzes Leben lang wurdest Du geprägt und beeinflusst von Musik. Von der Musik, die Deine Eltern, Verwandte, Opa, Oma, Freunde hörten, und bevorzugten, oder sogar selbst machten. Von Musikstilen und Musiktiteln, die in der Zeit Epoche in der Du lebst, im Radio, im Fernsehen, im Internet gespielt werden.

 

Auch Kultur und Sozialer Backround machten Deinen Ton!

 

Auch die Kultur sowie Deine sozialen Gegebenheiten als Kind, was waren Deine Eltern? Arm, reich, Beamte, welche Berufe hatten sie, waren sie brave Leute, seid Ihr oft in die Kirche gegangen, in die Oper in Rock Konzerte? Egal was, alles hatte einen Einfluss darauf wie Du heute klingst. Wenn Du in einem Dorf in Afrika.... oder in einem Bergdorf in Bayern.... einer Gospelgemeinde in Harlem.... einer Stadt namens Barranquilla in Kolumbien wie Shakira.... oder in Rio de Janeiro aufgewachsen bist, dann hat auch die Musik dieser Kultur Deinen Gesang beeinflusst. Und eben auch Dein sozialer Backround hatte Einfluss darauf was und wie Du singst. Snoop Dog ist hoch musikalisch. Wie groß war wohl die Wahrscheinlichkeit, dass er Opernsänger werden würde?

 

Du kannst es lieben, was früher war, dann machst und singst Du dieselbe oder ähnliche Musik. Du kannst dagegen revoltieren, z.B. gegen die heile Schlagerwelt Deiner Eltern, und machst und hörst später vollkommen andere Musik.

Es hat Dich geprägt, wo und wie Du aufgewachsen bist. Das kann man nicht einfach so ablegen wie einen alten Mantel. Deine Herkunft, sozial wie kulturell beeinflussten bis zum heutigen Tage Deine Art zu singen.

 

"2 Seelen wohnen ach in meiner Brust!" Goethe

"Bring' es zusammen und erschaffe etwas Neues!" S. Lopez ;-)

 

Was, wenn Du Dinge liebst und kannst, die nicht zusammen passen?

Mach was Neues draus! Andreas Gabalier hat es perfekt geschafft seine Liebe zur Volksmusik und zur Rock Musik so zu vereinigen, dass etwas musikalisch Neues und super Erfolgreiches entstanden ist! 

Auch Shakira hat den Flamenco Sound ihrer Stimme in ihrer Popmusik erhalten und es hat sehr gut funktioniert!

Wenn Du gar nichts Neues mit Deinen verschiedenen Vorlieben und Fähigkeiten erschaffen kannst, musst Du Dich für oder gegen etwas entscheiden und einen Weg finden, ich helfe Dir dabei.

Hier noch ein paar Beispiele.

Roy Black wollte Rock bzw. Rock'n Roll singen und landete beim Schlager. Er konnte das gut, war damit aber nicht glücklich. Rex Gildo wollte ebenfalls Rock singen, sang Schlager und war ebenfalls damit nicht glücklich. Er beendete sein Leben mit einem Sprung aus dem Fenster.

Peter Kraus dagegen blieb beim Rock'n Roll und sang den deutsch! Sehr erfolgreich bis heute! Richtige Entscheidung.

Udo Jürgens fing mit Schlager an und erschuf dann gegen viel Widerstand ein ganz neues Genre daraus, gute Entscheidung:

https://www.youtube.com/watch?v=vF7gEhwyjmY

 

Bad Girl oder Bad Boy? Was ist Dein Ton? ;-)

 

Dein Charakter, Deine Persönlichkeit, hat sehr großen Einfluss auf Deinen Ton.

Bist Du eine zarte Person oder sogar das ganze Gegenteil, ein Bad Boy oder Bad Girl? Die Sängerin Pink sang soften RNB auf ihrer ersten CD, hat dann aber wohl erkannt, dass ihr das zu soft ist, und hat nun einen sehr kraftvollen rockigen Ton und Songs.

 

Die Art wie Du singst und welche Musik Du magst, Dein Gesangsstil, hängt auch davon ab wie Dein Gehirn Schallwellen verarbeitet. Wie Du selbst schwingst! Welche Musik, Töne und Rhythmen von Dir bevorzugte Empfindungen auslösen. Wer viel Techno oder Heavy Metal hört schwingt definitiv anders, als jemand der viel Schlager Musik hört.

 

Wer früher im Schulchor war oder im Kirchenchor, die Generation noch davor, hat meistens klassisches Repertoire oder Volkslieder mit einem klassischen Ton singen gelernt. Ich selbst habe noch das Riesenwerk „Der Messias" von Händel im Schulchor gesungen. Aber ich habe davor eben auch Jazz und Schlager mit den Eltern, Samba und Bossa Nova in Brasilien, wo ich die Kindheit verbracht habe erlebt. Beides hat mich stimmlich geprägt.

 

Alle Generationen, die klassisch geschult wurden, tun sich anfangs schwer damit, einen natürlichen Pop Ton zu singen, ich sage immer, "sie sind klassisch verbildet" ;-)

Falls Du auch zu denen gehörst, keine Sorge, das geht einigen anderen auch so.

Man kann seine Herkunft nicht völlig verleugnen, aber man sich einen anderen Ton angewöhnen!

 

Frag Dich einmal selbst!

Wer und was hat meine Art zu singen beeinflusst?

Was gefällt mir nicht an meiner Art zu singen?

Was genau empfinde und meine ich, wenn ich sage ich singe nicht mit meiner Stimme?

 

Wenn Du das formulieren kannst oder vorsingst, kann ich Dir helfen, es zu ändern.

 

Änderung des Sounds

 

Einen vorhandenen Sound vollständig ändern zu können, ist wohl eher

unwahrscheinlich, da man daran sehr gewöhnt ist und es ja wie beschrieben Gründe hat, dass man so singt wie man singt. Aber man kann schon einiges am Sound verändern.

 

Zeitfaktor

 

Was Du Dir über einen langen Zeitraum angeeignet hast, kannst Du nicht sofort verändern, es dauert sich umzugewöhnen.

 

Dein Gesangsstil

 

Deine Stimme, Sound und Gesangsstil sind nicht dasselbe. Der Gesangsstil bezeichnet die Fähigkeit ein musikalisches Genre adäquat zu bedienen. Rock wird anders phrasiert als Schlager, als Jazz, als Soul usw.

Für alles benötigt man ein Talent.

Jazz singen heißt eher laid back und nicht auf die 1 singen, Pop und Schlager dagegen wird sehr gerade gesungen und genau auf die 1. Für Soul benötigt es die Fähigkeit an den richtigen Stellen melodisch zu verzieren, die Fähigkeit zu improvisieren, und für Country benötigt man einen ganz besonderen Ton. Man kann vieles lernen aber es benötigt Talent für die Stile.

 

Rock, Country, Soul, Pop, Schlager, Blues, Soul, Metal, RNB ...

 

Du kannst professionell nur in einem Gesangsstil singen, für den Du ein Feeling hast.

Du kannst nicht in einen Gesangsstil umswitchen, für den Du kein Feeling, keine Stimme, keine Begabung hat.

 

Wenn Du Rockmusik hörst und liebst, und selbst gerne Rock singen möchtest, aber eine ganz klare, zarte Stimme hast, oder Du willst Funk singen, hast aber kein Gefühl für Jazz, kannst Du wohl auch mit Biegen und Brechen aus Dir keine*n Rocksänger*in oder Funk Sänger*in machen. Wie gesagt auch Deine Persönlichkeit ist ganz stark mit dem stimmlichen Ausdruck verknüpft. Wer Rock singen will muss wohl eher eine Rampensau sein. Wenn man aber eher zart und schüchtern ist, wird einem wohl keiner die Rocklady abnehmen.

 

Die Rolle des Vocal Coach

 

Es spielt keine Rolle in welcher Stilistik der Vocal Coach singt, wenn er sich in vielen Stilen auskennt. Einschränkung. Ein*e Klassik Lehrer*in  beschäftigt sich hauptsächlich mit Klassik Repertoire und hat bestimmt keine Ahnung, dass matchbox20 kein Auto ist. Klassik Lehrer vermitteln außerdem eine völlig andere Tonerzeugung, die Du für Pop nicht uneingeschränkt gebrauchen kannst oder Dich in die falsche Richtung führen. Die Tonerzeugung ist also ebenso verschieden wie das Repertoire.

 

Eine hohe Musikalität und Talent, das Zeug zum Gesangs-Profi äußert sich darin, dass man automatisch die richtigen Songs für sich wählt!

 

Viele Sänger = Viele Stimmen, Sounds und Stile

 

Die meisten professionellen Sänger und Sängerinnen sind nur in ihrer, also 1 Stilistik gut, nicht in jeder anderen auch noch.

Sie haben 1 Talent, und zwar für ihre Stilistik und ihre Art zu singen.

 

Stimmimitatoren wie Christina Bianca haben das Talent, mehrere Stile und Arten zu singen imitieren zu können. Ariana Grande kann auch einige gut imitieren ebenso wie Nicole Scherzinger. Das was Christina Bianco tut nennt man „Stimmimitatorin".

Auch das Stimmen imitieren ist ein besonderes Talent. Nicht jede*r hat es.

 

Jeder Sänger, jede Sängerin, hat ihren eigenen Sound und Stil. Es gibt natürlich Stimmen und Stile, die sich ähneln.

Bruno Mars singt keine Heavy Metal Songs in der Art von John Hetfield.

John Hetfield singt keine Disco Songs in der Art von Bruno Mars.

Adele würde nicht so gut klingen mit Songs von Demi Lovato, und Demi Lovato nicht mit Songs von Carry Underwood. Selbst wenn sie das tun würden, würden sie damit vermutlich nie so gut klingen wie der jeweils andere.

 

Jeder kann meistens nur seine Sache gut, für die sie/er ein tiefes Verständnis, eine Begabung, ein Talent hat.

 

Die große Bedeutung der Songschreiber - Autoren - Komponisten für Sänger*innen

 

Die Songs, die uns von bekannten Stars wie Adele, Rihanna, Xavier Naidoo, Elton John etc. etc. in solch unglaublicher Perfektion dargeboten werden, werden den Stars in so gut wie allen Fällen von tollen Komponisten zu 100 % passend auf den Leib geschrieben, oder sie schreiben sie sich selbst perfekt auf den Leib, so wie die großartige Tori Kelly hier mit Funny, deshalb klingen sie so authentisch:

https://www.youtube.com/watch?v=sR-_FJ4tZLI

 

Wieso klingen die großen Stars mit ihren Songs so gut?

 

Sarah Connors Songs wurden fast alle von denselben zwei Musikern, genau für ihre Art zu singen geschrieben. Die beiden Komponisten haben Sarah Connors Art zu singen analysiert und sich dann angeschaut, welche Sänger haben genau in dieser Stilistik, mit welchem Song in den vorangegangenen Jahren einen Hit gelandet, so entstand From Sarah with Love.

Lena Mayer Landruts Songs wurden von Stefan Raabs Songwritern genauso produziert, nämlich Lenas Art zu singen genau auf den Leib geschrieben. Das wird für alle Künstler*innen genau auf diese Weise gemacht.

 

Würde Sarah Connor Lenas Songs singen, würde man sofort merken, dass das überhaupt nicht zusammenpasst.

Ein*e Sänger*in ist nichts ohne Songschreiber*innen, Songwriter*innen, die/der Songs, Hits produziert, die genau zur Art, wie diese*r Sänger*in singt, passen.

 

Songs von verschiedenen Sängern und Sängerinnen covern

 

Du solltest und kannst also nicht frustriert sein, wenn es Dir nicht gelingt, sämtliche Songs von zig verschiedenen Sängern 1 zu 1 nachzusingen. Das kann gar nicht funktionieren, da das selbst ein Star nicht kann. Okay einige können tatsächlich andere Sänger*inne nachmachen, wie man in der Jimmy Fallon Show Wheel of Musical Impressions hören kann. Aber die machen das aus Spaß, ein Joke, nicht ernst gemeint, und sie schaffen es auch nur mit einigen.

Die passende Stilistik, die passende Song Auswahl, ist deshalb ganz entscheidend für einen Star!

 

Wenn Du Songs coverst, musst Du die Songs von Tempo und Stilistik an Deinen Sound anpassen, es sei denn es passt von vornherein.

Man kann Michael Jackson auch so singen, Marcela Mangabeira mit Michael Jackson: 

https://www.youtube.com/watch?v=CwNrhHWIDFE

 

Für eine große Karriere brauchst Du eigene Songs!

 

Hier ein Beispiel für das, was ich gerade so ausführlich mit, es ist wichtig in seiner eigenen Stilistik zu singen, beschrieben habe. Hier covert Lena einen Song von Britney Spears 1 zu 1. Ich höre sehr deutlich, dieser funky Rhythmus, diese Harmonien sind überhaupt nicht ihr Ding:

http://www.youtube.com/watch?v=TpM2KK8d_Ck

 

Sabine Lopez