Wieso singt man so wie man singt?

Kindheit und Jugend
 

Als Kind lernst Du vielleicht über Imitation zu singen. Du nimmst Musik zuerst unbewusst wahr.

 

Dein ganzes Leben lang wirst Du weiter meist unbewusst, später als Jugendliche*r bewusster, geprägt und beeinflusst von Musik.

Von den Musikstilen die Deine Eltern, Verwandte, Opa, Oma, Freunde hören, und bevorzugen, oder sogar selbst machen.

Von Musikstilen und Musiktiteln, die in der Zeitepoche in der Du lebst, im Radio, im Fernsehen, im Internet gespielt werden.

 

Die Bedeutung der Kultur in der Du aufwächst

 

Stell' Dir vor, Du wächst in einem Dorf in Rumänien.... oder in einem Dorf in Afrika.... oder in einem Bergdorf in Bayern.... einer Gospelgemeinde in Harlem.... in einer Stadt namens Barranquilla in Kolumbien wie Shakira.... oder in Rio de Janeiro auf.... und Du hörst täglich die Musik, die dort eben so gespielt wird.

Wenn Du musikalisch bist wirst Du das vermutlich lieben, und machst und singst

später dieselbe oder ähnliche Musik.

Oder aber Du revoltierst, z.B. gegen die heile Welt Schlager Deiner Eltern, und machst und hörst später vollkommen andere Musik.

In jedem Fall aber wird es Dich musikalisch stark beeinflussen und prägen, wo und wie Du aufwächst.

 

Musikstile

 

Jede Zeit hat ihre eigenen Musikstile, die Menschen prägt oder beeinflusst.

Viele dieser Musikstile, die in der Menschheitsgeschichte entstanden sind, und die Liebe der Menschen dazu, bleiben über Jahrhunderte erhalten.

Für Musik der 20er Jahre z.B. gibt es auch heute noch viele Liebhaber*innen, wenn es auch nicht mehr so viele sind, wie in den 1920er Jahren selbst.

 

Prägung

 

Es ist wahrscheinlich, wenn Deine Eltern immer Country oder Jazz hören, dass Du dann auch in ähnlicher Weise singst.

 

Gesanglich begabte Kinder, Jugendliche oder Erwachsene haben immer einen eigenen Gesangsstil, der von Innenwelt und Außenwelt beeinflusst wird.

Die Wahl des Gesangsstils hängt sehr davon ab, wie Dein Gehirn den jeweiligen Musikstil verarbeitet, wie Du selbst schwingst, ob und welche Musik, Töne und Rhythmen positive Empfindungen bei Dir auslösen. Wer Heavy Metal liebt, schwingt anders als jemand der Bossa Nova liebt.

 

Wer früher im Schulchor war, fast alle in meiner Generation z.B., oder im Kirchenchor, die Generation noch davor, hat meistens klassisches Repertoire oder Volkslieder mit einem klassischen Ton singen gelernt.

 

Ich habe z.B. noch das Riesenwerk „Der Messias“ von Händel im Schulchor gesungen. Aber auch Jazz und Schlager mit den Eltern, oder Samba und Bossa Nova in Brasilien, wo ich die Kindheit verbracht habe. Beides hat mich stimmlich geprägt.

 

Alle Generationen, die rein klassisch geschult wurden, tun sich anfangs schwer damit, einen natürlichen Pop Ton zu singen, sie sind klassisch verbildet.

Falls Dur auch zu denen gehörst, keine Sorge, das geht allen anderen auch so. Kaum jemand kann seine Herkunft völlig verleugnen ;-)

 

Frag Dich einmal selbst!

Wer und was hat meine Art zu singen beeinflusst?

 

Stiländerung

 

Seinen vorhandenen eigenen Stil vollständig zu ändern ist meist nicht möglich, da man daran gewöhnt ist und es ja einen Grund hat, dass man so singt wie man singt.

Whitney Houston hätte man nie dazu bewegen können Metal zu singen.

Genausowenig Sinn macht es sich einen Style von jemand anders anzueignen, dann wäre man nur eine Kopie.

Aber, man kann natürlich seinen Stil versuchen zu korrigieren, sich weiter entwickeln, sich Techniken und Facetten aneignen, die zu einem passen.

 

Zeitfaktor

 

Was Du Dir über einen langen Zeitraum angeeignet hast, was Dir nicht gefällt, kann auch nur über einen längeren Zeitraum wieder ändern.

 

Dein Gesangsstil

 

Du bringst Deinen eigenen Stil zu Singen mit in den Gesangsunterricht ins Vocal Coaching.

Es ist wichtig Songs auszuwählen, die zu Deiner Stimme, zu Deinem Können, und zu Deinem Stil passen.

 

Rock, Country, Soul, Pop, Schlager, Blues, Soul, Metal, RNB ...

 

Du kannst nur in einem Gesangsstil singen, für den Du ein Feeling hast.

Du kannst keinen Gesangsstil erlernen, für den Du gar kein Feeling, keine Stimme, keine Begabung hat.

 

Wenn Du Rockmusik hörst und liebst, und selbst gerne Rock singen möchtest, aber eine ganz klare, zarte Stimme hast, oder Du willst Funk singen, hast aber kein Gefühl für Jazz, Funk und Jazz liegen dicht beieinander, kannst Du wohl auch mit Biegen und Brechen aus Dir keine*n Rocksänger*in machen. Auch Deine Persönlichkeit ist ganz stark mit dem stimmlichen Ausdruck verknüpft. Wer Rock singen will muss eher eine Rampensau sein. Wenn man aber eher zart und schüchtern ist, wird das schwierig.

 

Die Rolle des Vocal Coach

 

Selbst wenn Du zu einem Rock singenden Vocal Coach gehen würdest um von dem, der selbst Rock singt, Rock singen zu lernen, würde das nur was bringen, wenn Du schon selbst in der Stilistik singst.

Es spielt übrigens keine Rolle in welcher Stilistik der Vocal Coach singt, wenn er sich in vielen Stilistiken auskennt. Einschränkung. Ein*e Klassik Lehrer*in  beschäftigt sich hauptsächlich mit Klassik Repertoire und hat bestimmt keine Ahnung, dass matchbox20 kein Auto ist. Klassik Lehrer vermitteln außerdem eine völlig andere Tonerzeugung, die Du für Pop nicht uneingeschränkt gebrauchen kannst oder Dich in die falsche Richtung führen. Die Tonerzeugung ist also ebenso verschieden wie das Repertoire.

 

Die eigene Gesangs-Stilistik ist eng mit Deiner Persönlichkeit, Begabung und Prägung gekoppelt. Deine Wünsche daran müssen realistisch sein.

 

Schau' was da ist. Vielleicht kannst Du ja, um auf das Beispiel zurückzukommen, irgendwann mal Rock singen, mit der Vorstellung die Du davon hast.

Sinnvoller ist zu schauen, wie Du Dich mit Deiner Stimme ausdrückst.

 

Eine hohe Musikalität und Talent, das Zeug zum Gesangs-Profi äußert sich darin, dass man intuitiv die richtigen Songs für sich wählt.

 

Viele Sänger = Viele Stile

 

Die meisten professionellen Sänger und Sängerinnen sind nur in ihrer, also 1 Stilistik gut, nicht in jeder anderen auch noch.

Sie haben 1 Talent, und zwar für ihre Stilistik und ihre Art zu singen.

 

Stimmimitatoren wie Christina Bianca haben das Talent, mehrere Stilistiken und Arten zu singen imitieren zu können. Ariana Grande kann auch einige gut imitieren ebenso wie Nicole Scherzinger.

Das was Christina Bianco tut nennt man aber eben „Stimmimitatorin".

 

Adele wollte das nie, sie kann auch genug Geld mit einer, nämlich ihrer Stimme, verdienen. Auch das Stimmen imitieren ist ein besonderes Talent. Nicht jede*r hat es.

 

Jeder Sänger, jede Sängerin, egal ob nun Amateur oder Profi, hat ihren eigenen, unverwechselbaren Stil.

Bruno Mars singt deshalb keine Heavy Metal Songs in der Art von John Hetfield.

John Hetfield singt keine Disco Songs in der Art von Bruno Mars.

Selbst wenn sie das tun würden, würden sie damit vermutlich nie so gut klingen wie der jeweils andere.

 

Adele würde nicht so gut klingen mit Songs von Demi Lovato, und Demi Lovato nicht mit Songs von Carry Underwood.

Daher ist es wichtig, dass Du in Deinem Stil singst.

 

Jeder kann meistens nur seine Sache gut, für die sie/er ein tiefes Verständnis, eine Begabung, ein Talent hat.

 

Die große Bedeutung der Songschreiber - Autoren - Komponisten für Sänger*innen

 

Die Songs, die uns von bekannten Stars wie Adele, Rihanna, Xavier Naidoo, Elton John etc. etc. in solch unglaublicher Perfektion dargeboten werden, werden den Stars in so gut wie allen Fällen von tollen Komponisten zu 100 % passend auf den Leib geschrieben, oder sie schreiben sie sich selbst perfekt auf den Leib, so wie die großartige Tori Kelly hier mit Funny, deshalb klingen sie so authentisch:

https://www.youtube.com/watch?v=K_LO6je8gYQ

 

Wieso klingen die großen Stars mit ihren Songs so gut?

 

Sarah Connors Songs als Beispiel. Sie wurden fast alle von zwei Musikern, genau für ihre Art zu singen geschrieben.

Die beiden Komponisten, die ich zufällig persönlich kenne, haben zuerst Sarah Connors Art zu singen analysiert, wie singt sie, und sich dann angeschaut, welche Sänger haben genau in dieser Stilistik, mit welchem Song in den vorangegangenen Jahren in Deutschland einen Hit gelandet, und, dann haben sie ähnliche Songs für sie geschrieben.

Sarah Connor hatte und hat mit dieser Vorgehensweise eine Mega Karriere und hat sich dann nochmal neu erfunden.

Lena Mayer Landruts Songs wurden genauso produziert, nämlich ihrer Art zu singen genau auf den Leib geschrieben. Das wird für alle Künstler genau auf diese Weise gemacht.

 

Würde Sarah Connor Lenas Songs singen, würde man sofort merken, dass das überhaupt nicht zusammenpasst.

 

Ein Sänger ist nichts ohne einen Schreiber*innen, die/der genau das kann, die/der Songs, Hits produziert, die genau zur Art, wie diese*r Sänger*in singt, passen.

 

Songs von verschiedenen Sängern und Sängerinnen singen

 

Du solltest und kannst selbst nicht frustriert sein, wenn es Dir nicht gelingt, alle Songs von ganz verschiedenen Sängern nachzusingen. Das kann gar nicht funktionieren, da das selbst ein Star nicht kann. Die passende Stilistik, die passende Song Auswahl, ist deshalb für Dich einen ganz genauso entscheidend wie für einen Star!

Am besten also immer nur Songs aus dem Genre singen, das Dir liegt, dann kann nix schiefgehen.

Oder die Songs von Tempo und Stilistik an Deinen Sound anpassen, wenn das 1 zu 1 covern nicht zu Dir passt.

 

Man kann Michael Jackson auch so singen, Marcela Mangabeira mit Michael Jacksons Rock with you :-)

https://www.youtube.com/watch?v=CwNrhHWIDFE

 

Hier ein Beispiel für das, was ich gerade so ausführlich mit, es ist wichtig in seiner eigenen Stilsitik zu singen, beschrieben habe.

Hier singt Lena einen Song von Britney Spears.

Ich finde, man hört hier sehr deutlich, dieser Rhythmus, diese Harmonien sind überhaupt nicht ihr Ding.

 

Lena mit einem Song von Britney Spears. Das ist witzig, aber Britneys dirty Art zu singen, paßt viel besser zu den funky Beats, als Lenas cleaner Style:-)

http://www.youtube.com/watch?v=TpM2KK8d_Ck

 

Wenn Du unsicher bist bezüglich Deines Styles, komm zu mir.

Sabine Lopez