Die Stütze - Atemstütze - Atemtechnik

Vorab. Ich erkläre die Atemtechnik ganz leicht verständlich und logisch nachvollziehbar immer in der 2. Gesangsstunde, innerhalb 1 Stunde. Mehr Zeit benötigt man dafür nicht. Ich erkläre sie 100% physio-logisch korrekt und beweise Sie Dir an Deinem eigenen Körper, sowohl so als auch mit optischen Mitteln, und zwar so logisch nachvollziehbar, dass für Dich keine Zweifel an der Richtigkeit dieser Erklärung bestehen bleiben. Gewöhne Dir also bitte nichts Falsches an und investiere lieber in diese 1 bis 2 Stunden. 

 

Damit Du einen Einblick bekommst, was mit Atemtechnik beim Singen gemeint ist, beschreibe ich es hier. Das ersetzt keinen Unterricht und keine professionell geführte Erfahrung. 

 

Was bedeutet "Die Stütze" die Atemtechnik beim Singen?

 

Die "Stütze" beim Singen, nein, das ist keine Art Rollator wie ihn ältere Menschen benutzen, um sich aufstützen zu können ;-) Die "Stütze" ist ein altes Wort für die ganz wichtige "Atemtechnik" beim Singen, die sich vom normalen Atmen beim sprechen und nicht sprechen etwas unterscheidet.

Für Sänger*innen und Leute die Blasinstrumente spielen ist es elementar wichtig diese korrekte Atemtechnik zu beherrschen.

 

Die Luft,  die Töne und die Lunge

 

Zum Singen, ebenso wie zum Sprechen, benötigst Du Luft.

 

Diese Luft, mit der Du als Sänger*in an Deinen Stimmbändern, in Deinem Kehlkopf, Deine Töne, Deinen Gesang erzeugst, musst Du 1. bewusst, 2. kontrolliert und 3. ökonomisch einsetzen. Warum?

Nur so ist es Dir möglich Deine Töne 1. so klingen zu lassen wie Du willst und 2. sie so lange zu halten wie Du willst.

Beides geht nur indem Du Deinen "Luftstrom" kontrollierst, über Deine Atmung.

 

Du unterbrichst beim Singen die automatische Atmung und gehst über in eine bewusste Atmung, in eine Atemtechnik.

 

Genauer gesagt spannst Du bewusst nach dem Einatmen Deine "Bauch-Muskeln" an um damit Deinen Atemmuskel "das Zwerchfell" zu steuern.

Das Anspannen der Bauchmuskeln, nicht nach innen!, und somit die Kontrolle des Zwerchfells, mit in Folge Luftstrom-Kontrolle, nennt man "die Stütze". Das Stützen des Zwerchfells, des Luftstroms. Du hälst die Spannung so lange wie Du die Luft benötigst, so lange wie Du den Ton singst, und die Phrase dauert.

Mit Spannung ist übrigens nicht Verspannung gemeint ;-)

Natürlich musst Du vor dem Ganzen erstmal Luft in Deine Lungen eingeatmet haben, kleines aber wichtiges Detail, sonst wäre da nix zu stützen ;-)

 

Die Bauchmuskeln und das Zwerchfell

 

Die Bauchmuskeln halten das Zwerchfell daran, darunter, in einer Art Einatme Position, damit es Dir nicht bald nach dem Einatmen sofort die ganze Luft wieder rauszuhaut, wie es das von Natur aus will und muss ;-)

 

Die Atemtechnik ist ein wichtiger Baustein bei der Erzeugung toller Töne, nicht der Einzige. Sie funktioniert ähnlich wie Luft unter Wasser anhalten.

 

Du kontrollierst also vor allem mit Deinen Bauchmuskeln Deine Atmung, genauer die Luft, die Du beim Singen verbrauchst. Dadurch entlastest Du außerdem geschickt Deine Stimmbänder.

Du benötigst die richtige Atemtechnik auch um überhaupt Lautstärke beim Singen zu erzeugen. Wie Du siehst, es geht um Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle.

 

Die unbewusste Atmung

 

Das Zwerchfell ist "Dein Atemmuskel!"

Kein Zwerchfell? Ich habe heute keine Atmung für Dich ;-(

Das Atemzentrum in Deinem Gehirn, die Medulla oblongata, steuert unter Zuhilfenahme Deines Zwerchfells Deine Atmung, und zwar in einem bestimmten Rhythmus. Immer angepasst an den jeweiligen Sauerstoff- oder Kohlendioxidgehalt, der von den Rezeptoren in Deinem Blut gemessen wird. Du musst Dich da glücklicherweise gar nicht drum kümmern. Passiert automatisch.

Das Einatmen bezeichnet man als einen aktiven Prozess, das Ausatmen passiert passiv. Man könnte auch sagen: Anspannen - Loslassen.

 

Die bewusste kontrollierte Atmung beim Singen

 

Beim Singen kannst Du es Dir nicht mehr erlauben diesen automatischen Rhythmus einfach weiter so ablaufen zu lassen. Du singst zwar auch in einem Rhythmus, aber in einem, den Du nun selbst beim Singen jedes Mal neu bestimmst.

Mal willst Du ganz lange Töne singen, oder vielleicht einen Ton sogar über mehrere Takte, mal ganz kurze Töne, oder viele am Stück usw. Du benötigst die Luft also ganz individuell. Und das geht nur mit der Stütze, nur mit der Kontrolle des Zwerchfells.

 

Das nennt man also die Atemstütze, oder die Stütze. Du führst Deine Atmung, über das Anspannen der Bauchmuskulatur, angepasst an die Menge der Luft, die Du für die jeweilige Gesangspassage benötigst...umpff... 

Du machst also eine aktive, muskulär und bewusst gesteuerte "Atmung beim Ausatmen", denn singen kannst Du nur mit Luft beim ausatmen, und da geht es auch darum möglichst wenig Luft zu verbrauchen...nochmal umpff ;-)

Ohne diese Stütze, ohne Atemtechnik, ist jedenfalls kein physiologisch gesundes Singen möglich.

 

Ich erläutere Dir nun 2 Übungen, die Du machen kannst, um diese Stütze mal zu spüren. Mach es aber nur, wenn Du persönlich Probleme mit der Luft und mit der Atmung beim Singen hat, ansonsten brauchst Du es nicht! 

 

Kleine Atem Erfahrung zur Stütze 

 

Nimm ein kleines Blatt Papier, halte es mit Deiner einen Hand an die Wand oder an eine Tür. Dann stell' Dich nah an das Blatt, so etwa mit 20 cm Abstand. Nun leg' Deine andere Hand auf Deinen Oberbauch in die Mitte. Eine Hand liegt nun auf dem Oberbauch, die andere hält das Blatt. Atme nun tief ein und blase danach die Luft mit dem Mund stark gegen das Blatt. Jetzt müsstest Du fühlen wie sich Dein Bauch anspannt und nach "außen" drückt! Wenn Du das das Blatt an der Wand eine kleine Weile kleben lassen kannst, bekommst Du eine Ahnung davon, was es bedeutet Deine Atmung mit den Bauchmuskeln zu stützen.

 

Effektive Atemübung

 

Eine sehr effektive Atemtechnik Übung zur Luftkontrolle, eine Challenge ;-) die Du auch schön mit anderen machen kannst, ist die "s" Übung mit Stopp-Uhr. Du kannst Dich dabei auch hinsetzen, aber bitte ganz gerade.

Hol' tief Luft und lass die Luft dann mit einem leisen "s" raus. Dabei geht es darum das so lange zu tun wie möglich! Du kannst dabei die Zeit messen, wie lange es Dir gelingt das s zu halten. Je öfter Du das übst, desto besser wirst Du darin, desto länger kannst Du Deinen Atem kontrollieren, sehr gut fürs Singen. Es trainiert Deine Lungenmuskulatur und erhöht auch sukzessive die Luftaufnahme Kapazität Deiner Lungen.

Aber bitte nicht so oft am Stück hintereinander machen, es besteht die Gefahr ohnmächtig zu werden wenn man zu oft und zu tief einatmet! 

 

Die Atemtechnik, die Stütze perfekt und originell ausgeführt!

 

Wie nun eine perfekt ausgeführte Stütze beim Singen aussieht, bekommt Du hier auf sehr originelle Weise von der Sängerin Grace Jones vorgeführt. Grace Jones ist übrigens jetzt schon über 70 Jahre alt. Sie lässt etwa 8 Minuten lang einen Hula Hoop Reifen um ihre Taille kreisen, das ist ihre Spezialität während sie dabei singt, und zwar ohne das ihre Stimme dabei auch nur eine Winzigkeit wackelt, und das dazu noch mit einem voluminösen Klang. Es sieht so aus, als würde sie auch so eine Art Korsett tragen. Aber, würde Sie die Atemstütze nicht so perfekt beherrschen, wäre ihr das so absolut nicht möglich!

Staunt über Grace Jones mit Slave to the Rhythm ganze 9 Minuten, da war sie 61J!

http://www.youtube.com/watch?v=OX8CaZXMxBQ

 

Zu wenig oder zu viel Luft beim Singen und der Hauch Effekt

 

Sängerinnen und Sänger müssen besonders ökonomisch mit ihrer Luft umgehen. Es gilt das Prinzip: Minimaler Einsatz bei maximaler Ausbeute!

 

Du darfst Deine Luft nicht unnötig, nicht unkontrolliert verlieren, oder gar regelrecht rauspusten beim Singen. Wenn Du Luft verlierst beim Singen, wenn Du oft zu wenig Luft hast, kann das durch zu wenig Spannung, also falsche Atemtechnik, zu wenig Training darin, aber auch durch zu weit geöffnete Stimmbänder geschehen.

Falls das Dein Problem ist, ich kann Dir sagen was der Grund dafür ist wenn Du zu mir kommst. Kontrolle über den Luftverbrauch zu bekommen ist ein wichtiges Ziel im Gesangsunterricht.

 

Übrigens Luft rauspusten beim Singen, ist nicht per se was Schlechtes. Du kannst als Effekt deutlich hörbar einatmen bevor Du singst, es gibt Sänger*innen, die das als Stilmittel einsetzen, ebenso wie deutlich hauchig ausatmen, oder hauchig singen, alles Stilmittel bzw. Effekte. Du kannst also Luft und Atmung und das Hauchen sehr schön als Effekt im Gesang einsetzen, damit bestimmte Stimmungen erzeugen. Aber eben nur wenn Du das kontrolliert tust!

Ich hoffe, mein Artikel hat Dir das Thema Atemtechnik beim Singen näher gebracht! 

 

Hier seht Ihr noch zum Schluss wie die Atmung funktioniert.

Eure Sabine Lopez

https://www.youtube.com/watch?v=qFnYxN-ZS-0